News 2015

Meisterwerker 2012

Förderprojekt für mehr Selbstsicherheit für den Beruf 

Die Hauptschule Coerde darf sich stolz mit dem Titel "Starke Schule" schmücken, der beweist: Sie ist eine von Deutschlands besten Schulen, die zur Ausbildungsreife führen. Um eine starke Schule zu sein, braucht es aber vor allem starke Schüler mit einem gesunden Selbstvertrauen.

Mit dem Projekt „Meisterwerker“ werden die Jugendlichen gezielt gefördert und gefordert. Alle Neuntklässler hatten im vergangenen Schuljahr daran teilgenommen. Am Montag wurden ihnen in einer Feierstunde Zertifikate überreicht. Urkunden, die eine wichtige Anlage der Bewerbungen sein werden, die die Schüler in den kommenden Monaten schreiben.

„Arbeitgeber legen neben einem guten Zeugnis immer mehr Wert auf sogenannte Schlüsselkompetenzen“, sagt die kommissarische Leiterin der Hauptschule, Inge Nieländer. Zu diesen Tugenden gehören Kommunikations- und Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Fähigkeit zur Problemlösung und eine gute Selbstpräsentation.

Kooperation mit Trier

Seit fünf Jahren wird genau dieses mit dem Projekt „Meisterwerker“ in Coerde besonders geschult. Die Hauptschule kooperiert dabei mit Erziehungswissenschaftlern der Universitäten Münster und Trier.

Die Trainer Barbara Kormann und Martin Waslawik von der Uni Münster kommen 15 Stunden in die Schule. Die gemeinsame Arbeit ist für die Heranwachsenden sehr hart. Es geht darum, eigene Stärken und Schwächen kennen zu lernen, Persönlichkeit und Selbstvertrauen zu entwickeln.

„Um sich ein erreichbares Ziel zu setzen, müsst Ihr wissen, was Ihr wollt und was Ihr könnt“, sagt Kormann. „Das und vieles mehr habt Ihr gelernt und darauf könnt Ihr stolz sein“. Voraussetzungen zum Erhalt der Zertifikate ist kontinuierliche Mitarbeit und das Bestehen einer Klausur.

Königsdisziplin Freie Rede

Die Königsdisziplin für die Meisterwerker ist jedoch die freie Rede, die jeder halten muss. Drei Minuten vor Lehrern und Klassenkameraden zu sprechen und sich einer anschließenden Kritik zu stellen, kostete alle Schüler große Überwindung.

Vorher wurde freies Sprechen trainiert und die eigene Körpersprache analysiert. Dass externe Pädagogen in den Klassenverband kommen, birgt eine große Chance. Bestehende Strukturen werden aufgebrochen. „Da wird plötzlich der mit der großen Klappe ganz klein und andere, die bisher immer schüchtern und still waren, wachsen über sich hinaus“, berichtet Kormann.

Durchweg gute Noten

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Die Jugendlichen durften Noten verteilen für Fragen wie „Hat es Spaß gemacht?“, „Waren die Trainer gut?“ oder „Bringt es Euch etwas für die Zukunft?“. Es gab durchweg gute Noten.

Das Forschungsprojekt ist abgeschlossen, die Ergebnisse sprechen für sich: In allen Fällen war die positive Selbsteinschätzung der Hauptschüler nach dem Training höher als vorher. „Die Methode funktioniert nachweislich und signalisiert den Schülern: Ihr seid uns etwas wert“, sagt Christiane Wortberg. Die Sozialpädagogin leitet das Projekt der Hauptschule Coerde, das von der NRW-Bank finanziert wurde.

Jeder Schüler nimmt am Ende unter dem tosenden Applaus der Mitschüler und Lehrer die Urkunde eines „Meisterwerkers“ entgegen. Sie alle dürfen stolz auf eine starke Leistung sein.

Von Oliver Farke, Münstersche Zeitung, 11.09.2012

 

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