News 2015

Betriebs-Rallye 2012

Coerder Hauptschüler machen fünf Praktika in elf Tagen    Eine Rallye quer durch Coerde beginnt jetzt für 20 Neuntklässler. „Auf die Plätze, fertig, los“, hieß es am Donnerstag für die Schüler der Coerder Hauptschule. Allerdings geht es bei der Betriebs-Rallye 2012 um keinen Wettbewerb sondern um Ausbildungsplätze.
Von Oliver Farke
Zehn Unternehmen aus dem Stadtteil bieten den Schülern vom 11. bis 22. Juni ein Kurzpraktikum an. Dabei sollen die Schüler möglichst viele Unternehmen und Berufe kennen lernen – weshalb das Praktikum auch nur einen Tag dauert. Am jeweils nächsten Tag arbeiten die Schüler die Erlebnisse aus dem Arbeitsalltag in der Schule nach.

Jeder Teilnehmer kann so in fünf verschiedene Berufe hineinschnuppern: Bürokaufmann, Raumausstatter, KFZ-Mechaniker und viele andere Berufsfelder können die Jugendlichen so kennen lernen. Die 14- und 15-Jährigen hörten den Vorträgen, in denen sich die Betriebe vorstellten, aufmerksam zu. Schließlich sollen ihnen die praktischen Erfahrungen im Praktikum bei der späteren Berufswahl helfen.

Friseurin und Maler

Bislang seien es stets die gleichen Lehrberufe, die bei der Mehrheit der Schulabgänger hoch im Kurs stünden, sagt die Konrektorin Inge Nieländer. Die drei beliebtesten Berufe bei den Mädchen seien Friseurin, Verkäuferin und Erzieherin, bei den Jungen KFZ-Mechatroniker, Logistiker und Maler.

Gut die Hälfte der 40 Schulabgänger des diesjährigen Abschlussjahrgangs habe bisher eine Lehrstelle, auch die meisten der anderen seien an weiterführenden Schulen oder im Freiwilligen sozialen Jahr untergebracht, so Nieländer.

Starke Konkurrenz

Für das kommende Jahr sieht sie jedoch Probleme: „Dann müssen die Schüler mit dem doppelten Abiturjahrgang konkurrieren.“ Auch deswegen zeigt sie sich begeistert von der Initiative der lokalen Unternehmer, „so eindruckvoll ihre soziale Verantwortung zu zeigen“.

Schließlich sei das keine Selbstverständlichkeit und auch für die Betriebe eine zusätzliche Belastung.

Der Arbeitsmarkt ist lokal

Alle zehn teilnehmenden Unternehmen haben zur Eröffnungsveranstaltung einen Vertreter geschickt, meist war es der Geschäftsführer oder Inhaber selber. „Das Lokale ist uns wichtig, denn auch der Arbeitsmarkt ist lokal“, sagt Christian Wolf von der Firma Ton, die in der Speicherstadt ansässig ist.

Er ist einer der Sprecher der Initiative, die in Kooperation mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft und der Stiftung Bürger für Münster ins Leben gerufen wurde. Rasch haben sich die Unternehmer für das Projekt zusammen gefunden.

Blick hinter die Fassaden

Auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel liegt ihnen viel daran, Hemmschwellen abzubauen. Denn alle Coerder Schüler sind schon unzählige Male an den Firmen vorbeigefahren. Bald werden sie besser wissen, was sich hinter den Fassaden verbirgt.

Hans-Peter Kosmider, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bürger für Münster, ist über den Zuspruch von beiden Seiten erfreut und betont den Modellcharakter des Projekts: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Betriebs-Rallye in den kommenden Jahren bei weiteren Unternehmen und Schulen in Münster zu einer etablierten Einrichtung werden wird.“

Münstersche Zeitung, 01. Juni 2012

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